Eine chronische Wunde stellt ein komplexeres Geschehen dar, als es auf den ersten Blick scheint. Für Patienten bedeutet eine solche Wunde häufig ein längeres phy-sisches und psychisches Leiden: Sie kann die Lebensqualität durch Schmerzen, Mobilitätseinschrän-kungen und Geruch beeinträch-tigen. Als chronisch werden jene Wunden bezeichnet, welche nach acht Wochen nicht abgeheilt sind. Unabhängig von der zeitlichen Ein-ordnung können Wunden als chro-nisch erachtet werden, wenn Pa-tienten an einem Diabetes mellitus, einer arteriellen Verschlusskrank-heit der unteren Extremitäten bzw. einer fortgeschrittenen venösen In-suffizienz leiden.
Eine ganzheitliche Wundbehand-lung berücksichtig Faktoren, die au-ßerhalb der Wunde liegen und den Heilungsprozess verzögern, mit. Bei der Erstaufnahme auf der Wundam-bulanz erheben Wundexpert:innen daher die Entstehung der Wunde, Vorerkrankungen und Vorbehand-lung sowie die Dauermedikation. Je nach Wundzustand sind bildgebende Verfahren, eine Messung des Knö-chelarteriendrucks, ein Wundabstrich und eine Blutabnahme notwendig. Eine ganzheitliche, phasengerechte und zielgerichtete Wundbehandlung ist essenziell, um eine rasche Wund-heilung einzuleiten und die Lebens-qualität der Patient:innen wiederher-zustellen.
Nachdem die Wunde abgeheilt ist, erstellen Wundexpert:innen gemein-sam mit den Patient:innen die Haut- und Narbenpflege.