Eine inverse Schultertotalprothese wird bei irreparablen Rotatorenmanschettenrupturen oder komplexen Oberarmkopfbrüchen eingesetzt und zeigt hohe Patientenzufriedenheit. Hauptgründe für die hohen Erfolgsquoten sind die verlässliche Schmerzreduktion und die Wiederherstellung der Überkopfbeweglichkeit. Dies gelingt durch ein biomechanisches Prinzip: Am Ort des anatomischen Oberarmkopfes wird die künstliche Pfanne und am Ort der anatomischen Pfanne wird der künstliche Kopf implantiert. Dadurch kommt es zur Verlagerung des mechanischen Drehzentrums nach innen, was den Hebelarm für den intakten Deltamuskel, der die gesamte Schulter überspannt, erhöht. So wird die Überkopfbeweglichkeit auch ohne Rotatorenmanschette möglich.
Diese Prothese eignet sich meist für Patienten über 60 Jahre. Jüngere sollten wissen, dass die Drehbeweglichkeit eingeschränkt sein kann. Die OP erfolgt über einen etwa 8 cm langen Hautschnitt, dauert rund 80 Minuten und erfordert einen kurzen stationären Aufenthalt. Die Bewegungstherapie beginnt am ersten Tag, nach vier Wochen kann die Schlinge abgelegt werden. Durch präzise 3D-Planung mit patientenspezifischen Instrumenten wird die Implantatposition optimiert. Die Planung des gesamten Eingriffs erfolgt zuerst anhand von CT-Untersuchungsdaten am Computer. Mit Hilfe eines patientenspezifischen Instrumentes wird diese Planung in der Operation umgesetzt, um so eine präzise Implantatpositionierung zu gewährleisten.